Die neuen „Influencer“ auf Instagram & Co. haben eine wachsende Bedeutung für die Museums-Kommunikation. Wir haben die Berliner Kulturmarketing-Agentur Artefakt bei einem „Instawalk“ ins Museum Barberini in Potsdam begleitet.
(Foto oben: Fiona Hirschmann)

Der moderne Museumsbesucher ist online, mobil und sozial vernetzt

Während unsere Welt fast über Nacht digital geworden ist, gehen wir für Gemälde- oder Skulpturenausstellungen wie vor hundert Jahren ins Museum. Ist das noch zeitgemäß? Das fragen sich auch Museumsleute, Kuratoren und Ausstellungsmacher. Wie sollen heute Museen mit einem Publikum kommunizieren, dass sich über Google informiert, online einkauft und sich über soziale Medien vernetzt?

Viele Museen gehen mit aufwändigen Apps und multimedialen Angeboten auf die anspruchsvollen Besucher zu. Im Fokus stehen besonders die jungen Zielgruppen und Familien – das Publikum von Morgen. Dabei ist nicht nur das Kunsterlebnis vor Ort entscheidend, sondern auch die Kommunikation außerhalb der Museen. Wie Besucher von Ausstellungen erfahren, was sie zu einem Besuch motiviert und wie sie anschließend das Erlebte „teilen“, ist zu einem wichtigen Teil der Museumsarbeit geworden.

So aktiv sind Museen im sozialen Netz

Natürlich präsentieren sich Museen auch selbst in den sozialen Medien. Zurzeit ist Instagram eins der beliebtesten sozialen Netzwerke. Ein Instagram-Profil ist längst nicht mehr den jugendlichen Altersgruppen vorbehalten. Nutzer überwiegend im Teenageralter trifft man eher auf Plattformen wie Snapchat. Auch weil Instagram vor allem auf Bildinhalte setzt, sind hier Museen gerne und zum Teil sehr erfolgreich aktiv. Manche Museen bringen es auf mehrere zehntausend Folger, was bei den doch anspruchsvollen Kunstthemen sehr beachtlich ist.

Aber reines Posten in der digitalen Parallelwelt ist für eine funktionierende Museums-Kommunikation natürlich nur der halbe Weg. Es gilt, die Influencer der sozialen Medien direkt und aktiv anzusprechen. Und am besten, man bringt sie persönlich ins Museum, damit sie sich im wahrsten Sinn ein Bild machen – das anschließend über deren viele Folger verbreitet wird.

Per Instawalk ins Museum Barberini

Die Berliner Kulturmarketing-Agentur Artefakt veranstaltet Events mit einflussreichen Instagramern, so genannte Instawalks. Wir haben das Artefakt Team bei einem ihrer Instawalks begleitet. Diesmal geht die Tour ins Museum Barberini in Potsdam. Und wer denkt, der typische Instagramer ist gerade 18 und nur an Mode und Filmstars interessiert, der irrt sich. Auf unserem Instawalk treffen wir ein sehr gemischtes Publikum, das durchweg ernsthaft an Fotografie und Kunst interessiert ist.

Mit dabei sind einflussreiche Meinungsmacher mit vielen tausend Folgern, aber auch Fotografen mit einem kleineren und ausgesuchten Folgerkreis, mit dem sie sich regelmäßig auch persönlich austauschen. Es ist spannend, hier die Menschen zu treffen, die hinter den Profilnahmen stecken. Die wenigsten sehen ihr Instagram-Engagement beruflich, sondern engagieren sich aus einer Leidenschaft für Fotografie und aus Spaß am sozialen Netzwerken.

Im Museum werden die Instagramer vom Museumsteam wie Pressevertreter empfangen. Nach einer offiziellen Begrüßung und kleinen Infovorträgen gibt es Führungen zu herausragenden Werken und natürlich viel Raum und Zeit für die Fotografie. Denn eindrucksvolle Bilder sind ja das Ziel dieser Veranstaltung. Für die Instagramer und für das Museum.

Uns hat dieser Instawalk viel Spaß gemacht. Wir haben selbst fleißig gepostet und geteilt. Und wir haben einen neuen Einblick in die heutige mediale Museumsarbeit gewonnen.

Fotos: Fiona Hirschmann

Sven Hirschmann
Autor

Sven ist unser Chefredakteur und Herausgeber. Neben der Arbeit für Urbanimpuls berät er Unternehmen als Creative Director Text und Content Strategist. Wenn du mehr zu diesem Beitrag wissen möchtest oder Fragen hast, schreibe einfach eine Nachricht oder einen Kommentar auf unseren Social Media Seiten.

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