Am 13. Juli 2019 wurde die James-Simon-Galerie erstmals für Besucher geöffnet. Wir waren am Eröffnungstag dabei und haben uns das neue Gebäude auf der Museumsinsel angeschaut. Gleich eins vorweg: Wir finden’s großartig!

An einem solchen Eröffnungstag ist natürlich immer viel los. Das Wetter perfekt (wie ihr auf den Bildern seht) und das Gebäude ein ganz Besonderes. Denn die neue James-Simon-Galerie ist nichts Geringeres als das zentrale Eingangsgebäude für die ganze Museumsinsel, immerhin eins der wichtigsten Wahrzeichen Berlins und eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Europas. Viele Besucherdienste und weitere Funktionen werden nun in diesem Haus gebündelt. Führungen mit großen Besuchergruppen werden hier beginnen. Und es gibt direkte Zugänge in das Pergamonmuseum sowie in das Neue Museum.

Benannt ist es übrigens nach dem bedeutenden Mäzen der Berliner Museen James Simon. Ihm und seinen Ausgrabungsfinanzierungen hat Berlin unter anderem die berühmte Büste der Nofretete zu verdanken. Wer hierzu mehr lesen möchte, findet viele weitere Informationen auf der Seite der Staatlichen Museen zu Berlin: https://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/james-simon-galerie/ueber-uns/james-simon.html

Sonniges Wetter und viele Besucher am Eröffnungstag der neuen James-Simon-Galerie

Einziger Neubau auf der Museumsinsel

Eins muss man bei seinem ersten Urteil über die Wirkung des neuen Gebäudes bedenken: Bei der James-Simon-Galerie handelt es sich als einziges Haus auf der Museumsinsel um einen Neubau. Alle anderen Bauten sind historische Museen, die vielleicht mit modernen Elementen saniert worden sind, wie das Neue Museum, aber dennoch die historische Gestalt des Museums-Ensembles bewahren. Bei der James-Simon-Galerie strahlen dem Besucher blendend helle, edle Betonoberflächen entgegen. Schlanke eckige Stützen statt klassischer kannelierter runder Säulen. Auf dieser Fläche stand vorher noch nie ein Museumsbau. Deshalb ist manchem nicht nur der Anblick der neuen, ergänzten Museumsinsel ungewohnt, sondern auch die kontrastierende moderne Architektursprache.

Uns hat das neue Gebäude sehr beeindruckt, vor allem die gelungene Vervollständigung der architektonischen Gesamtanlage. Elegant verbinden die schlanken Säulenreihen des neuen Bauwerks die bestehenden Gebäude und überwinden dabei mühelos den Höhensprung von der Straßenebene zum Obergeschoss des Pergamonmuseums. Der bisher nur fast geschlossene Säulenumgang um die Bauten der Museumsinsel ist damit ein weiteres bedeutendes Stück vervollständigt.

Innen viel größer als es von außen scheint

In die James-Simon-Galerie kommt man vom unteren Säulengang auf Erdgeschossebene sowie über die breite Freitreppe. Und schon am ersten Tag wurde deutlich, dass diese große Treppe nicht einfach nur ein Aufgang zum oberen Eingang, sondern ein offener Stadtraum zum Verweilen, Schauen oder für eine Orientierung aus erhöhter Perspektive sein wird. An dem sonnigen Vormittag des Eröffnungstages saßen die Besucher und Touristengruppen auf den Stufen, unterhielten sich, machten Pause oder planten die nächsten Besichtigungen. Wenn sich dieser Ort weiter so freundlich zeigt und entwickelt, ist Berlin bestimmt um einen schönen Anziehungs- und Treffpunkt reicher!

Die große Treppe der James-Simon-Galerie ist ein neuer Stadtraum zum Verweilen und Schauen

Wirklich überrascht haben uns die großen Räume im Innern. Hier ist auf jeden Fall Platz für Gruppen, um sich für Führungen zu sammeln und dabei nicht die Wege oder Kassenbereiche zu verstopfen. Auf unserem Rundgang sind wir dann in immer weitere Räume gekommen: mehrere Kassenbereiche, ein großer Museumsshop, die zentrale Garderobe und sogar ein Vortragssaal für 300 Besucher. Erstaunlich, dass zu all dem auch noch eine 700 Quadratmeter große Ausstellungsfläche in das Untergeschoss gepasst hat. Hier sollen vor allem Sonderausstellungen gezeigt werden. Von außen ist dem eleganten und schmal wirkenden Bau diese Raumfülle und Größe im Innern gar nicht anzumerken, wobei ja viele Räume auch im Untergeschoss unter der Straßenebene liegen.

Ein Café gibt es auch in der James-Simon-Galerie. Es liegt am oberen Säulengang mit einem tollen Blick auf den Kupfergraben. Bestimmt ein guter Tipp für die Mittagspause oder um sich mit Freunden zu treffen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Museumscafés liegt dieses vor dem Einlass in die Ausstellungsbereiche. Hier kann man also jederzeit einen Kaffee trinken, auch ohne ein Museumsticket zu kaufen.

Bei den Staatlichen Museen zu Berlin gibt es weitere Informationen zur James-Simon-Galerie: https://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/james-simon-galerie/home.html

  • Übergang zum Pergamon Museum
  • Blick von der Freitreppe
  • Ticket-Verkauf im Erdgeschoss
  • Innere Treppe
  • Oberer Eingang
  • Museums-Shop
Sven Hirschmann
Autor

Sven ist unser Chefredakteur und Herausgeber. Neben der Arbeit für Urbanimpuls berät er Unternehmen als Creative Director Text und Content Strategist. Wenn du mehr zu diesem Beitrag wissen möchtest oder Fragen hast, schreibe einfach eine Nachricht oder einen Kommentar auf unseren Social Media Seiten.

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